Ernährungsmythen

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am 29. März 2019, 08.36 Uhr

Moin moin zusammen und jedem, der das hier rechtzeitig liest, schon mal einen guten Start ins Wochenende!

Jeder, der sich mal in das Thema Training und Ernährung einliest und versucht, sich über das freie Internet Wissen anzueignen, wird es kennen:

Überall steht etwas Anderes, jeder ist ein "Experte" und jeder kennt den einen wahren Geheimtipp, der vermeintlich den magischen Unterschied machen und die Abkürzung zur Lösung all unserer Probleme sein wird.

Besonders in der Ernährung liest man auch sehr oft fast schon Gehirngespinnste, welche teilweise vielleicht auf einem gedanklich richtigen Ansatz beruhen, aber dann doch irgendwie in die falsche Richtung gehen.

Ich fange mal mit einem Klassiker an:

Kohlenhydrate vor'm Schlafen Gehen (speziell nach 18 Uhr ;) ) sind böse und setzen direkt auf der Hüfte an, weil wir sie nicht mehr verbrennen können.

Ich denke jeder, der mal mit seinem Mahlzeitentiming etwas rumgespielt hat, wird merken, dass der Zeitpunkt des Essens sehr wenig bis gar keinen Einfluss auf den Fettaufbau hat. Auch wissenschaftlich ist dies mittlerweile eindeutig. In meiner letzten Wettkampfdiät habe ich den Großteil meiner Kalorien auf den Abend geschoben (kurz bevor ich ins Bett bin) und konnte trotzdem mit Härte auf der Bühne punkten. :)

Wie sieht es bei euch aus? Was habt ihr schon für verrückte Dinge gehört und was sind die Begründungen dahinter?

Mir fallen direkt beim Schreiben hier noch ein paar mehr ein, aber ich lasse euch da gerne erstmal zum Zug kommen.

Beste Grüße

Philipp

Carbs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: https://www.primalnosh.com/blogs/primal-blog/nutrient-timing

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badboybike
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13. April 2019, 18.13 Uhr

Evolutionär gesehen, ist der Mensch ein Sammler und Jäger. Bedeutet: er beginnt den Tag hungrig, geht tagsüber auf die Jagd, sammelt unterwegs Beeren und Früchte (damit hält er Hunger im Zaum und den Blutzucker stabil)  und feiert den Jagderfolg abends mit einem großen Essen - dem einzigen Essen des Tages. Daarauf ist unser ganzes Hormonsystem ausgerichtet. Das erklärt auch, warum Frühstücksesser direkt nach dem Frühstück müde und weniger leistungsfähig sind und sie mittags ein Schläfchen brauchen. Verdauung braucht nun Mal viel Blut, das dann tagsüber für Aktivitäten fehlt. Auch ist man morgens insulinresistenter als als abends, was verdauungstechnisch, mit Frühstück, nachteilig ist.

 

Sauron
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14. April 2019, 12.15 Uhr

Dass man abends keine Kohlenhydrate mehr zu sich nehmen darf/sollte, ist ein Mythos, wie viele andere auch. Es hat sich inzwischen in Studien und auch in der Praxis (u.a. bei Wettkampfdiäten) gezeigt, dass es egal ist, wann man die Kohlenhydrate zu sich nimmt. Nur die Menge muss halt passen, auf den Tag bemessen. Aber das habe ich schon immer so gehandhabt.

die rote gefahr
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24. April 2019, 22.12 Uhr

badboylikes Erklärung kann gut sein, schliesslich ist unser Stoffwechselsystem in der Steinzeit entstanden. Ich meine, dass mit dem Rat, abends nur noch wenig KH zu essen, damit zusammenhängen könnte, dass wenn man mehr isst, als in die KH Speicher (Muskeln, Leber) rein gehen, der Rest schnell in Fett umgewandelt wird, da man sich abends nicht mehr bewegt, was weniger passieren kann, wenn man, wie tagsüber, in Bewegung bleibt.

Vieleicht hat man in der Steinzeit ja auch deshalb erst abends viel gegessen, gerade um Fett anzubauen, denn damals war Fett wichtig. Pulsar mit seiner Wampe wäre damals der King bei den Frauen gewesen. :))

 

gruSS

Tasteking
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26. April 2019, 09.14 Uhr

die rote gefahr hat geschrieben
 Pulsar mit seiner Wampe wäre damals der King bei den Frauen gewesen. :))   gruSS

Hahaha

Kann ich zwar nicht beurteilen, aber der war gut :D

kkk101
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01. September 2019, 18.32 Uhr

Muss man eigentlich zwingend den ganzen Tag irgendwas mit eiweiss essen nach dem Training
? Trainiere morgens und esse meistens einen joghurt oder auch bohnen und mische mir dort immer whey unter, dass schmeckt mir ganz gut aber im Verlauf des Tages kommt es mir langsam alles zum halse raus was eiweißhaltige Lebensmittel angeht  { Quark Thunfisch, Geflügel, fisch, protein pancakes}  hab mehr hunger mal auf melonen kürbis süß Kartoffel  suppen . Eben etwas leichtere Sachen. Was würde passieren wenn man sich die kalorien mehr aus Kohlenhydrate her holt als aus eiweißhaltige Lebensmittel
?

Ironman
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02. September 2019, 18.02 Uhr

Die Muskeln bestehen aus Aminos. Trainiert man, werden diese aus den Muskeln abgebaut, Muskelstruktur wird beschädigt. In den folgenden 2-3 Tagen "repariert" der Körper diese Beschädigungen. Dazu benötigt er die Bestandteile, aus denen die Muskeln bestehen: Aminos. Proteine liefern genau diese Aminos. Aus einem Drink / einer Proteinmahlzeit kann der Körper einige Stunden Aminos gewinnen. Idealerweise versorgt man den Körper daher an diesen 2-3 Tagen ganztags mit Protein - wenigstens jedoch mit 2-3 Proteinmahlzeiten.

Trainiert man ständig, regeneriert der Körper ständig eine oder mehrere Muskelgruppen und benötigt daher ständig Protein. Man kann es auch weglassen oder reduzieren. Der Muskelaufbauprozess geschieht dann langsamer und kann auch ganz stoppen, oder ins Gegenteil übergehen ---> Muskelverlust: vor allem wenn man sich gleichzeitig im Übertraining befindet (zu häufiges Training).

Also wenigstens 2-3 Proteindrinks, oder Proteinmahlzeiten / Tag. Alternativ: Das WPG-85 als Durstlöscher trinken - es versorgt den Körper gleichmäßig und schmeckt nicht wie diese typischen Proteine.

Tasteking
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04. September 2019, 08.33 Uhr

Ironman hat geschrieben
Die Muskeln bestehen aus Aminos. Trainiert man, werden diese aus den Muskeln abgebaut, Muskelstruktur wird beschädigt. In den folgenden 2-3 Tagen "repariert" der Körper diese Beschädigungen. Dazu benötigt er die Bestandteile, aus denen die Muskeln bestehen: Aminos. Proteine liefern genau diese Aminos. Aus einem Drink / einer Proteinmahlzeit kann der Körper einige Stunden Aminos gewinnen. Idealerweise versorgt man den Körper daher an diesen 2-3 Tagen ganztags mit Protein - wenigstens jedoch mit 2-3 Proteinmahlzeiten. Trainiert man ständig, regeneriert der Körper ständig eine oder mehrere Muskelgruppen und benötigt daher ständig Protein. Man kann es auch weglassen oder reduzieren. Der Muskelaufbauprozess geschieht dann langsamer und kann auch ganz stoppen, oder ins Gegenteil übergehen ---> Muskelverlust: vor allem wenn man sich gleichzeitig im Übertraining befindet (zu häufiges Training). Also wenigstens 2-3 Proteindrinks, oder Proteinmahlzeiten / Tag. Alternativ: Das WPG-85 als Durstlöscher trinken - es versorgt den Körper gleichmäßig und schmeckt nicht wie diese typischen Proteine.

Dem gibt's eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denke ich.

@kkk101 Hast du mal nachgerechnet/ gezählt, wie viel gr. Eiweiß du am Tag so isst?

kkk101
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04. September 2019, 08.41 Uhr

zwischen 200-300 , jeh nach tag. Wenn es Hähnchen gibt es ist meistens mehr , da ich mir diese dann z.b. in Proteinwraps einrolle mit Frischkäse drauf z.b.
 

Tasteking
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04. September 2019, 09.01 Uhr

kkk101 hat geschrieben
zwischen 200-300 , jeh nach tag. Wenn es Hähnchen gibt es ist meistens mehr , da ich mir diese dann z.b. in Proteinwraps einrolle mit Frischkäse drauf z.b.  

Okay, solange du nicht mehr als 150kg wiegst, ist das mehr als genug :D

Da kannst du definitiv auch die Kalorien mehr aus Kohlenhydraten füllen -> primäre Energiequelle -> mehr Energie fürs Training :)

Mehr Protein würde größtenteils auch oxidiert und nicht für die Muskelproteinsynthese benutzt werden.

Neunzehn
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26. Oktober 2020, 21.59 Uhr

Tasteking hat geschrieben
Mehr Protein würde größtenteils auch oxidiert und nicht für die Muskelproteinsynthese benutzt werden.

Gibt es diese Regel eigentlich auch anders herum? Also, aus fachlicher Sicht gesprochen - gibt es Situationen, bei denen es eine Rolle spielt, ob man gerade Proteine oder Kohlehydrate zu sich nimmt? Angenommen ich starte meinen Tag mit einem Proteindrink, wird dann ein Teil dieser Proteine zum Auffüllen meiner Glykogenspeicher verwendet statt zur Reparatur und dem Aufbau meiner Muskelzellen? In diesem Fall würde ich den Tag eher mit einer Banane starten und erst später den ersten Proteindrink zu mir nehmen.

Sorry, mir ist bewusst, dass der Thread schon ein wenig älter ist, aber ich wollte noch ein Buch empfehlen. Der Titel ist etwas schräg: "Fettlogik überwinden" - enthält keine Diätpläne oder so, aber es klärt über viele Ernährungsmythen auf, und das auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ich würde das Buch im Grunde jedem empfehlen, ob man nun ab- oder zunehmen möchte - eigentlich auch dann, wenn man kein konkretes Ziel hat, einfach weil man viel über Ernährung lernt.

FCandNT
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27. Oktober 2020, 00.52 Uhr

Neunzehn hat geschrieben
"Fettlogik überwinden" - enthält keine Diätpläne oder so, aber es klärt über viele Ernährungsmythen auf, und das auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ich würde das Buch im Grunde jedem empfehlen, ob man nun ab- oder zunehmen möchte - eigentlich auch dann, wenn man kein konkretes Ziel hat, einfach weil man viel über Ernährung lernt.

Ich habe von diesem Buch noch nie gehört, kenne aber andere Bücher was Kohlenhydrate, Fette und Proteine behandeln. Je entleerter Deine Speicher sind, desto weniger machen Carbs am Abend etwas aus. Da das Glycogen ganz schnell aufgenommen wird, kommt nicht zum Insulin-Spike. Probiere es selber aus... jeder ist verschieden. Es fängt schon etwas unlogisch an... dann würde ich eher mit einer Banane starten. Ableitung: DU hast das falsche Protein (Whey) oder kennst Dich mit dem glykämischem Index nicht so aus.

Weil: Egal welches Protein... mit richtigen Carbs sorgt es dafür, dass das Protein nicht zuerst versoffwechselt wird. (Beim Whey muss man sich auskennen) und wenn Resorptionsgeschwindigkeit herabgesetzt werden soll, mit Fett arbeiten.

Ein Casein sorgt dafür, dass Deine Aminoversorgung über mehrere Stunden läuft, dann kannst gleich einen Shake mit einer Bananae machen.

 

So jetzt ist es Spät... und Sorry ich bevorzuge LCHF - die anderen haben mehr Bücher als ich mit und über giftige Carbs ;-)

PS: Die drei Bilder mit den Broten stimmen zwar und dennoch ist die HGH-Freisetzung über die Nacht etwas vermindert.

Neunzehn
Member
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27. Oktober 2020, 01.17 Uhr

Hi FCandNT,

danke für die Rückmeldung!

Sorry, das sollte definitiv nicht so wirken, als ob ich mich damit auskenne :) daher habe ich ja auch die Frage gestellt.

Ich habe mich das letzte mal vor 15 Jahren mit dem Thema Kraftsport und Proteine auseinandergesetzt, daher bin ich definitiv nicht up2date. Letztes Jahr habe ich 19kg abgenommen, nachdem ich besagtes Buch gelesen hatte und dann mit dem Kalorien zählen begonnen habe. Also, im Grunde einfach alles abgewogen. Hab dazu nicht viel Sport gemacht, außer 1 Stunde am Tag zu spazieren - das war immerhin besser, als den ganzen Tag nur vorm Rechner zu sitzen (arbeitete schon vorher von zu Hause aus).

Dieses Jahr habe ich dann wieder 9 kg zugenommen... Ich wünschte, ich könnte es auf Corona schieben ;) aber das gute alte Feierabend-Bier hat mich wieder eingeholt. Jetzt arbeite ich wieder daran, auf mein Idealgewicht zu kommen, diesmal möchte ich es mit Kraft- und Kraftausdauersport kombinieren. Nach euren Maßstäben bin ich also alles andere als ein BodyBuilder ;)

Tatsächlich habe ich morgens und mittags kaum Hunger, daher besteht mein Frühstück im Grunde aus einer Banane gemixt mit 300 ml Mandelmilch (ohne Zusätze). Idee war jetzt morgens nach dem Aufstehen ein paar Bauch & Rückenübungen auf dem TriaTrainer zu machen, dann eine Banane essen und ne Stunde später (oder so) dann 500ml frische Vollmilch mit 50g Proteinpulver mischen und trinken.

Beim Proteinpulver habe ich nicht wirklich nachgedacht und mir das gekauft, was ich mir vor 15 Jahren schon gekauft habe: https://www.bodybuilding-depot.de/protein/s.u.-professional-protein

Ich hab mir jetzt außerdem ein paar Hanteln und den SlimBeam bestellt, damit sollte ich im Grunde alles abdecken können.

Dieser Thread war jetzt eigentlich für Ernährungsmythen gedacht, daher sorry für offtopic!

Lange Tage und angenehme Nächte,

Neunzehn.

 

Love4Squats
Member
10 Beiträge
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27. Oktober 2020, 14.48 Uhr

Neunzehn hat geschrieben
Tatsächlich habe ich morgens und mittags kaum Hunger, daher besteht mein Frühstück im Grunde aus einer Banane gemixt mit 300 ml Mandelmilch (ohne Zusätze). Idee war jetzt morgens nach dem Aufstehen ein paar Bauch & Rückenübungen auf dem TriaTrainer zu machen, dann eine Banane essen und ne Stunde später (oder so) dann 500ml frische Vollmilch mit 50g Proteinpulver mischen und trinken. Beim Proteinpulver habe ich nicht wirklich nachgedacht und mir das gekauft, was ich mir vor 15 Jahren schon gekauft habe  

Du musst dir keine Sorgen machen, dass das Protein, das du zu dir nimmst, zu Glykogen wird, wenn du entleerte Glykogenspeicher hast. Gluconeogenese ist ein viel zu energieaufwendiger Prozess und geschieht erst, wenn du einen extremen Überschuss an Protein hast. Generell scheint es so, dass es besser ist erst Protein zu sich zu nehmen und dann erst Kohlenhydrate, wenn man an Sättigung und Insulinausschüttung interessiert ist. Kannst also ruhig dein Protein gleich in der Früh zu dir nehmen

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